The joy of going with the flow
- Martyna Genowefa Eisenbarth

- vor 5 Tagen
- 3 Min. Lesezeit

Wir fühlen uns oft am sichersten, wenn alles kontrollierbar scheint. Wenn Pläne klar sind. Wenn wir wissen, was kommt. Doch im Versuch, alles richtig zu machen, verlieren wir manchmal den Kontakt zum Moment.
Zu den Pausen.
Zu den Umwegen.
Zu dem, was gerade wirklich da ist.
Als ich zum ersten Mal schwanger wurde, habe ich genau das versucht: alles „richtig“ zu machen. Ich war nicht darauf vorbereitet, was es wirklich bedeutet, Mutter zu werden.
Egal ob Schwangerschaft oder Mutterschaft – beides hat mich gelehrt, mit dem Fluss zu gehen. Denn mit Kindern ist kaum etwas planbar. Und man darf – immer wieder – lernen, sich dem hinzugeben, was ist.
Und ich hätte nie gedacht – und mir lange nicht eingestanden – dass Muttersein eine der schönsten, sinnvollsten und intensivsten Aufgaben für mich ist.
In meiner ersten Schwangerschaft war ich mitten im Masterstudium und dabei, meine Selbstständigkeit aufzubauen. Ich durfte lernen, starre Bilder von mir selbst loszulassen. Und als Mama in meine Selbstständigkeit hineinzuwachsen. Der Wunsch, Mutter zu werden, kam aus mir heraus. Nicht geplant. Nicht durchdacht. Und besonders in dieser Schwangerschaft lerne ich erneut, anzunehmen. Denn sie fordert mich. Sehr. Ich wünschte, ich könnte sagen, sie ist leicht. Dass ich mich immer wunderbar fühle. Dem ist nicht so. 😅
Unendliche Übelkeit zu Beginn.
Tiefe Erschöpfung.
Emotionale Achterbahnfahrten – auch durch familiäre Themen. Rückenschmerzen, Sodbrennen, Kopfschmerzen, Tage, an denen einfach nichts geht.
Dazu das schlechte Gewissen. Gegenüber meiner Tochter – tue ich genug? Bin ich genug?
Gegenüber meiner Familie – weil ich Grenzen setzen muss. Gegenüber meiner Selbstständigkeit – weil ich nicht so kann, wie ich gerne würde.
Und dann diese Stimme im Kopf:
„Du darfst nicht meckern.
Sei einfach froh!“ Nach einem Schwangerschaftsverlust im letzten Jahr ist sie besonders laut.
Mein Energielevel ist nicht mehr dasselbe.
Wochenlang kein Fitnessstudio.
Ich schlafe plötzlich überall ein.
Ich muss mich immer wieder bewusst an meine Atmung erinnern. Meine Yogahosen passen schon lange nicht mehr. Meine Asanas fühlen sich anders an.
Mein Körper verändert sich.
Und mein Inneres auch – wieder einmal.
Und doch…
ich wäre nicht ich, wenn ich nicht auch in diesem Chaos, Freude und Sicherheit finden würde.
Diese Schwangerschaft lädt mich ein, still zu werden. Anzuhalten. Anzunehmen, was gerade da ist.
Meinem Bedürfnis nach Yin und nach Fluss zu folgen. Nicht leisten zu müssen – denn mein Körper leistet bereits genug.
Zu atmen.
Zu tanzen.
Mich hinzugeben.
Yoga als Raum für Regulation – nicht für Leistung
Yoga hat mich in dieser Zeit nicht gelehrt, „mehr zu können“, sondern weniger zu müssen. Gerade in Schwangerschaft, Mutterschaft und anderen Übergangsphasen reagiert unser Nervensystem sensibel auf Druck, Erwartungen und das Gefühl, funktionieren zu müssen. Wenn wir dauerhaft im Überlebensmodus sind, verlieren wir den Zugang zu Weichheit, Vertrauen und innerer Sicherheit.
Eine achtsame, nervensystemorientierte Yogapraxis kann hier zu einem Anker werden:
nicht durch anspruchsvolle Asanas, sondern durch bewusste Atmung, langsame Bewegungen, Pausen und das Erlauben von dem, was gerade da ist. Yoga wird so zu einem Ort, an dem wir wieder spüren dürfen: Ich bin sicher – auch wenn nicht alles planbar ist.
Gerade für Schwangere, Mütter und Frauen in Veränderungsprozessen kann diese Form von Yoga helfen, aus dem Funktionieren auszusteigen und zurück in den Körper, ins Fühlen und in den eigenen Rhythmus zu finden.
Mein Mehrwert aus dem Ganzen für dich:
Vielleicht ist „mit dem Fluss gehen“ kein Aufgeben. Sondern ein tiefes Vertrauen in
🌊deinen Körper,
🌊dein Tempo
🌊und deinen Weg.
Du musst nicht funktionieren, um richtig zu sein. Manchmal reicht es, einfach zu sein. 🤍


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